
Wiesbaden, 9. Juni 2026 – Mit einer Kundgebung auf dem Wiesbadener Marktplatz haben heute zahlreiche Bäuerinnen und Bauern ein deutliches Zeichen für den Schutz von Böden und der bäuerlichen Landwirtschaft gesetzt. Unter dem Motto „Bäuerliche Landwirtschaft in Hessen stärken“ forderten die Teilnehmenden faire Regeln auf dem Bodenmarkt und einen besseren Schutz landwirtschaftlicher Flächen.
„Landwirtschaftliche Flächen dürfen nicht länger Spekulationsobjekte sein. Denn wenn Kauf- und Pachtpreise immer weiter steigen, verlieren unsere Höfe ihre wirtschaftliche Grundlage“, erklärte AbL-Geschäftsführer Oliver Diehl und forderte. „Wer regionale Lebensmittelversorgung, lebendige Dörfer und nachhaltige Landwirtschaft in Hessen erhalten will, muss jetzt handeln und gesetzliche Lücken schließen, die außerlandwirtschaftliche Investoren für den Landkauf nutzen.“
Kreislandwirt Ditmar Kranz machte deutlich, dass auch der Schutz landwirtschaftlicher Flächen vor Versiegelung deutlich mehr Aufmerksamkeit von der Politik erhalten muss. „Das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden haben sich zum Ziel gesetzt, Boden verantwortungsvoll zu nutzen. Was wir hier in Wiesbaden aber gerade erleben, ist das komplette Gegenteil: Fruchtbare Böden werden nicht gewertschätzt, sondern für die Bebauung verplant und am Ende behandelt, als gäbe es kein Morgen mehr. Das geht so nicht!“
Michael Rothkegel, Bündnis für die Ernährungs- und Agrarwende in Hessen (BEA Hessen), stellte heraus: „Ohne eine Anpassung der hessischen Bodenpolitik wird es sehr schwierig werden, die Klima-, Wasser- und Biodiversitätsschutzziele des Landes zu erreichen. Damit gefährden wir die zentralen Faktoren einer regionalen Lebensmittelversorgung.“
Im Rahmen der Kundgebung, zu der die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) aufgerufen hatte, erfolgte auch die Übergabe eines Forderungskatalogs an die hessische Landespolitik. Darin werden konkrete Maßnahmen gefordert, um bäuerliche Betriebe in Hessen zu stärken, ortansässige Betriebe den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen zu sichern und den Verlust wertvoller Acker- und Grünlandflächen durch Versiegelung und Flächenverbrauch zu stoppen.
Der Forderungskatalog umfasst fünf zentrale Punkte: eine wirksame Regulierung des Bodenmarktes und Preisbegrenzungen bei Kauf und Pacht, Vorrang für ortsansässige und bäuerliche Betriebe gegenüber außerlandwirtschaftlichen Investoren beim Landerwerb, mehr Transparenz durch ein zentrales Flächenregister, den dauerhaften Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen vor Versiegelung sowie die Einrichtung eines hessischen Bodenfonds zur Förderung nachhaltiger und familiengeführter Landwirtschaft.
Kontakt:
AbL Geschäftsstelle
Geschäftsführer Oliver Diehl
Tel: 06458363
E-Mail: hessen@abl-ev.de
AbL Hessen e.V.- Hessischer Landesverband der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)
www.abl-hessen.de/startseite
Vorsitz:
Claudia Smolka, Mobil 0170/8395382, vorstand-hessen@abl-ev.de
Mitglied werden bei der AbL: www.abl-ev.de/ueber-uns/mitglied-werden/
Anmeldung zum kostenlosen Nachrichtenbrief der Bauernstimme: www.bauernstimme.de/bauernstimme/nachrichten/